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Jugendbildungsstätte Haus Altenberg wiedereröffnet

Kardinal segnet neues Gebäude

Odenthal. Haus Altenberg ist wiedereröffnet. Am 14. August kamen rund 1000 Besucher und geladene Gäste zum „Fest der Begegnung“ anlässlich der Wiedereröffnung der Jugendbildungsstätte in Odenthal. Am Vormittag hatte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki zur Feier der Heiligen Messe im Altenberger Dom eingeladen. Anschließend gab es vor dem mit einem roten Vorhang verhängten alten, neuen Haupteingang von Haus Altenberg einen Festakt mit vielen Freunden und Förderern der Jugendbildungsstätte sowie Vertretern der verschiedenen Jugendverbände, Behörden, der Gemeinde Odenthal und dem Erzbistum Köln.

In seiner Predigt verdeutlichte Kardinal Woelki die herausragende Bedeutung des Hauses Altenberg für die Jugend im Laufe der europäischen Geschichte. Damals, kurz nach dem 1. Weltkrieg, sei es in der Jugendbildungsstätte um die Frage gegangen, „wie Christus im Leben junger Menschen und in einem politisch verzweifelten Land wieder neu Gestalt annehmen konnte.“ Genau dieser Frage hätten die Nationalsozialisten nach ihrer Machtergreifung versucht, den Garaus zu machen. Die Verantwortlichen der katholischen Jugendarbeit in Haus Altenberg hätten sich aber immer wieder gesellschaftspolitischer Fragen angenommen, auch als sie 1950 das Altenberger Licht über Grenzen hinweg in Bewegung setzten, so Kardinal Woelki. „Die Menschen damals, sie wussten aufgrund konkreter historischer Erfahrung, dass Freiheit und Friede, dass Gerechtigkeit und Menschenwürde und Menschenrechte letztlich nur dort eine Chance haben, wo Gott im Leben des Menschen einen Ort hat.“ Und auch heute, nach knapp vierjähriger Bauzeit, wolle die Jugendbildungsstätte Haus Altenberg ein Ort der Schulung, der Glaubenserfahrung und -stärkung sein, ein Ort, an dem junge Menschen Christus kennenlernen und erfahren können, ein Ort, der sie befähige, aus seinem Geist heute Kirche und Gesellschaft zu gestalten. „Jugendarbeit ist Zukunftsarbeit“, so der Kardinal, „ist Arbeit am Aufbau einer Gesellschaft und Kirche, die sich der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Solidarität, des Lebens, die sich dem Aufbau einer Zivilisation der Liebe verschrieben hat.“

Bevor der Vorhang beim Festakt fiel, hissten Vertreter des Haus Altenberg e.V., des Erzbistums Köln und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ihre Fahnen auf der Wiese neben dem neuen Haupteingang. Anschließend segnete Kardinal Woelki das Haus. Und endlich war es dann soweit: Der Vorhang wurde feierlich zur Seite gezogen und gab den Blick frei auf das „neue Haus Altenberg“. Kardinal Woelki ließ sich von dem Architekten Gernot Schulz durch die neuen Räume führen; viele Gäste taten es ihm nach. Alle Besucher waren eingeladen, sich das Haus anzusehen, an speziellen Führungen teilzunehmen oder einfach nur bei strahlendem Sonnenschein und Jazz-Klängen in einem der Innenhöfe gemeinsam zu essen und zu trinken.

Nach knapp vierjähriger Renovierungs- und Sanierungszeit sind die Gebäude der Jugendbildungsstätte nahezu komplett fertiggestellt. Anfang September erwarten der Rektor des Hauses, Pfarrer Mike Kolb, sowie der Haus Altenberg e.V. bereits die ersten Übernachtungsgäste. „Wir haben in kraftvoller Weise den Leitgedanken der Sanierung von Haus Altenberg ‚Für junge Menschen Zukunft gestalten’ umgesetzt. Es ist eine atmosphärisch ansprechende Jugendbildungsstätte entstanden, die vielen jungen Menschen die wichtige Gelegenheit bietet, Gemeinschaft zu finden, Glauben zu leben und positive Erfahrungen mit der Kirche zu machen“, so Pfarrer Mike Kolb.

Zur Wiedereröffnung ist eine umfangreiche Chronik der Jugendbildungsstätte Haus Altenberg erschienen, die im Dom-Laden erworben werden kann. Historikerin Dr. Tanja Junggeburth hat in monatelanger akribischer Recherche-Arbeit Text- und Bildmaterial der vergangenen Jahrzehnte zusammengetragen – die Geschichte von Haus Altenberg, die 1922 in den Ruinen der ehemaligen Abtei Altenberg begann und bis heute andauert. Das Buch schaut auch auf die zeitgenössischen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlich-sozialen Entwicklungen, die die Geschichte des Hauses und im weiteren Sinne auch die der katholischen Jugend beeinflussten. Dabei wird auch Bezug genommen auf Dokumente aus dem Archiv des Jugendhauses Düsseldorf und dem Historischen Archiv des Erzbistums Köln sowie ferner auf eine Vielzahl an Berichten aus den zeitgenössischen Zeitschriften der katholischen Jugend.

In den vergangenen vier Jahren wurde das Gebäude der Jugendbildungsstätte Haus Altenberg, das auf den Grundmauern des ehemaligen Zisterzienserklosters Altenberg errichtet wurde, entkernt und es wurden Neubauten errichtet. Diese beheimaten nun unter anderem den neuen Speisesaal, die Küche, den Goldenen Saal und die Hauskapelle. Neben einer umfassenden technischen und energetischen Modernisierung, einer besseren Raumorganisation und Orientierung und mehr Licht gehört zum Sanierungskonzept vor allem die Rückbesinnung auf den klösterlichen Ursprung des Bauensembles. Das Erzbistum Köln als Bauherr hat 41 Millionen Euro in die Sanierung investiert. Alle Arbeiten sind in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland (LVR), der Gemeinde Odenthal und dem Rheinisch-Bergischen Kreis erfolgt.

Erzbistum Köln

 

 


– BDKJ Diözesanverband Köln 2019